Diese Website widerspiegelt den derzeitigen Stand des Projekts 150 Jahre Jurabahn. Kommt die Finanzierung zustande, wird es ab November 2026 umgesetzt.

Beteiligte Museen

Die «Satelliten»-Ausstellungen entstehen mit fünf Partnerinstitutionen aus der Region Jura-Nordwestschweiz. Jede beleuchtet einen eigenen Aspekt der Jurabahn und ihrer Zeit.

Museum Laufental

Das Museum Laufental verwaltet einen regional bedeutenden Bestand zur Geschichte des ganzen Laufentals. Für die Ausstellung — Arbeitstitel «Kohlenstaub und Druckerschwärze: Die Jurabahn in der Presse» — rückt es die journalistische Berichterstattung und die Stimmen aus der Bevölkerung (Leserbriefe, Gastbeiträge, Werbeanzeigen) zum Phänomen Eisenbahn und zur Jurabahn ins Zentrum, samt den Folgen der Industrialisierung im Laufental. Gezeigt werden einschlägige Zitate und Reproduktionen ausgewählter Schlagzeilen, Kommentare und Publikationen, wo möglich auch vereinzelte Originale hinter Glas. An einem digitalen Museumstisch lässt sich die Zeitungssammlung als Digitalisat durchstöbern. Die chronologisch organisierte Ausstellung (Planung → Bau → Betrieb der Jurabahn in der Presse) porträtiert zudem das Laufentaler Zeitungswesen des 19. Jahrhunderts.

www.museum-laufental.ch

Titelseite der Zeitung Der Birsbote von 1871
Artikel zu den Jurassischen Eisenbahnen, in: Der Birsbote, 29.4.1871. Provenienz: Museum Laufental.

Musée jurassien d’art et d’histoire

Das Musée jurassien d’art et d’histoire (MJAH) ist das Tor zum Jura und zur Geschichte einer ganzen Region. Für die Satellitenausstellung — Arbeitstitel «Le chemin ‹du› fer» — stellt es den Eisenabbau im Tal von Delémont in den Mittelpunkt und mit ihm das Unternehmen Von Roll und seine beiden Standorte im Jura, Delémont und Choindez. Von Roll baute ab 1843 den Solothurner Hochofen und kaufte 1883 den von Les Rondez auf; die Einführung der Eisenbahn veränderte diese Industrie grundlegend, da sie Export wie Import ins Ausland beeinflusste. So zeigt die Ausstellung, wie stark Bergbau, Stahlindustrie und Maschinenbau — und die Bahn — die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen entlang der Bahnlinie im Jura prägten. Grundlage ist eine aussergewöhnliche Fotosammlung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ergänzt durch Textquellen, historische Dokumente und materielle Zeugnisse.

www.mjah.ch

Bergleute beim Eisenabbau im Delsberger Becken Gütertransport der Firma Von Roll mit Bahnwagen
Links: Eisenabbau «Delsberger Becken», Delémont. Rechts: Gütertransport der Firma Von Roll, vermutlich anfangs 20. Jahrhundert.

Industriemuseum Breitenbach

Das Industriemuseum Breitenbach präsentiert Objekte der Bandfabrik Breitenbach AG, der Brac AG und der ehemaligen Schweizerischen Isola-Werke. Für die Ausstellung — Arbeitstitel «Geplant und vergessen: Lüsseltalbahn Zwingen–Erschwil» — widmet es sich einem nie realisierten Bahnprojekt: Mit der Ausdehnung des 1903 gegründeten Isola-Werks und der Zunahme des Verkehrs beauftragte Direktor Albert Borer den Ingenieur Paul Dieter, ein Bahnprojekt auszuarbeiten und reichte beim Bundesrat ein Konzessionsgesuch ein. In Laufen entstand die Befürchtung, ins Offside zu geraten, weshalb die dortige Gemeinde ein konkurrierendes Projekt Laufen–Breitenbach einreichte. Mit der Einführung der subventionierten Postautoverbindungen in den 1920er-Jahren «starben» beide Projekte. Anhand von Originaldokumenten, Zeitungsberichten und Gemeindeprotokollen zeigt das Museum den Werdegang bis zum Konzessionsgesuch — und weshalb das Vorhaben nie gebaut wurde. Realisierte wie nicht realisierte Bahnprojekte stehen dabei stellvertretend dafür, wie das Generationenprojekt «Eisenbahn» die ganze Region bewegte.

www.industriemuseum.ch

Übersichtsplan der geplanten Lüsseltalbahn Zwingen–Erschwil Fasnachtssujet Lüsseltalbahn in Breitenbach, 1921
Links: Beilage 1 des Konzessionsgesuchs — «Elektrische Schmalspurbahn von Zwingen bis Erschwil (Lüsseltalbahn)». Rechts: Fasnachtssujet «Lüsseltalbahn», Breitenbach 1921.

Hafenmuseum Basel

Das Hafenmuseum Basel gibt Einblick in die Welt der Binnenschifffahrt, in die Geschichte des Rheins und in die Rolle Basels als Drehscheibe des internationalen Handels. Für die Ausstellung — Arbeitstitel «Jura global: Der Basler Hafen und die Jurabahn» — zeigt es die wechselseitige Bedeutung von Basler Hafen und Jurabahn: Das erste Güterschiff, das 1904 in Basel anlandete, brachte Ruhrkohle für die Gasfabrik im Quartier St. Johann und transportierte Asphalt aus dem Neuenburger Jura (Val-de-Travers) rheinabwärts. Die Basler Bahnanschlüsse waren für das Wachsen des Rheinhafens eminent wichtig. Fotografien, Warenverzeichnisse und Grafiken zu Import (z. B. Kohle) und Export (z. B. Asphalt, Papier, Stahlprodukte) aus dem Jurabogen veranschaulichen die Logistikprozesse im Wandel der Zeit. So erscheint der vermeintlich abgelegene Jura mit seinen Gütern, Rohstoffen und Arbeitskräften als wichtiger Teil der Basler Industrielandschaft und Transportinfrastruktur.

hafenmuseum.ch

Rheinschlepper Christina mit Rauchfahne im Basler Hafen, 1904 Zeitgenössische Ansicht des Basler Rheinhafens
Links: «Christina», der erste Rheinschlepper, der in Basel anlegte — er lieferte 300 Tonnen Kohle und transportierte 250 Tonnen Asphalt aus dem Val-de-Travers rheinabwärts, 1904. Rechts: Basler Rheinhafen, zeitgenössische Ansicht.

FHNW / HE-Arc

Im Fokus des FHNW-Fachbereichs Verkehr und Mobilität stehen Planung, Projektierung und Betrieb nachhaltiger Verkehrsinfrastrukturen. In Kooperation mit Conveyal und der HE-Arc (Abteilung «Informatique et systèmes de communication») entsteht eine interaktive Station — Arbeitstitel «Die letzte Meile: Wie autonome Minibusse die Bahn der Zukunft stärken». Auf Basis der Open-Source-Software Conveyal Analysis erfahren die Besuchenden, wie autonom fahrende Mobilitätsangebote Verbindungen von A nach B im Jurabahn-Korridor verändern. Über ein eigens entwickeltes Interface wählen sie Start- und Zielorte; die Analysen — etwa Reisezeit-Isochronen und ÖV-Verbindungen mit autonomen Minibussen — werden auf einer 3,5 × 2 m grossen Projektionsfläche visualisiert, ergänzt durch Einsatzszenarien in anderen Gebieten der Schweiz, Europas und weltweit. Was vor 150 Jahren die Eisenbahn war, bildet heute das Fundament, um über die Zukunft der Mobilität nachzudenken.

www.fhnw.ch – Verkehr und Mobilität

Interaktive Kartenanwendung Conveyal Analysis zur Erreichbarkeit im Raum Basel Visualisierung der Interaktionsstation mit grosser Projektionsfläche
Links: Interaktive Kartenanwendung (Conveyal Analysis) zur Erreichbarkeit im Raum Basel. Rechts: Visualisierung der Interaktionsstation mit Projektionsfläche.