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Jurabahn 1877

Die Geschichte der Jurabahn Basel–Delémont–Delle/Biel.

Eine wirtschaftsschwache Region

Das Laufental und der angrenzende Jura waren im 19. Jh. ausgesprochen arme und wirtschaftsschwache Regionen. Daher hatten die Schweizerischen Bahngesellschaften (z. B. die Centralbahn Basel) wenig Interesse, dieses Gebiet für die Eisenbahn zu erschliessen.

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entwickelte sich jedoch eine neue Dynamik. 1870 stimmte die Baselbieter Stimmbevölkerung Ja zum «Unternehmen einer Gotthardbahn», 1871 wurde die Waldenburgerbahn konzessioniert und 1875 die Bözbergbahn eröffnet. Auch die Jurabahn war Teil und Ausdruck jener technisch-industriellen Aufbruchstimmung.

Historische Schwarzweiss-Ansicht von Laufen mit Fabrikschloten, um 1920
August Meyer, Laufen, um 1920. Schwarzweiss-Fotografie, Museum Laufental, Sammlung Schaltenbrand.

Frühe Planungen

Jurassische Kreise hatten bereits in den 1850er Jahren den Bau von Bahnlinien zwischen Basel und Biel bzw. Porrentruy mit Knotenpunkt Delémont erwogen. Fragen der Streckenführung im unteren Birstal, aber auch die internationale Lage (Neuenburgerkonflikt der Eidgenossenschaft mit Preussen sowie später der deutsch-französische Krieg) behinderten ein Fortkommen jener frühen Planungen.

Historische Streckenkarte der Jura-Simplon-Bahn von 1894
Streckenkarte der Jura-Simplon-Bahn, 1894. Gemeinfrei, Archiv Arthur Meyer, via Wikimedia Commons.

Der Wendepunkt: die Annexion des Elsass 1871

Die Eroberung des Elsasses 1871 durch Preussen veränderte die Situation. Durch die Annexion des Elsass durch das 1871 gegründete Deutsche Kaiserreich wurde für Frankreich die direkte Eisenbahnachse Paris–Wien über Basel unterbrochen.

Karte der Grenzsituation 1871 mit Deutschem Kaiserreich, Frankreich und der Schweiz
Grenzsituation 1871 nach der Annexion des Elsass durch Deutschland. Deutsches Kaiserreich in rosa, Frankreich in blau, Schweiz in gelb. Aus: Historischer Atlas der Region Basel, Hg. cms, A. Salvisberg u. a., 2010.

Bau und Eröffnung

Die Schweiz und Frankreich einigten sich rasch auf den Bau einer Umfahrung des Elsass: die Jurabahn. Gebaut wurde sie von der Chemins de fer du Jura bernois (JB). Das Aktienkapital steuerten mehrheitlich der Kanton Bern und Frankreich bei, aber auch Gemeinden an oder nahe der künftigen Bahnlinien waren eingeladen, Aktien zu zeichnen. Frankreich schuf zugleich Fakten und eröffnete bereits 1872 eine Verbindung Delle–Porrentruy.

Nach und nach wurden die Streckenabschnitte eröffnet: